Autor: Solveig

Ameisen umziehen

Ich muss euch unbedingt ein Erfolgserlebnis berichten. Ich habe soeben erfolgreich ein Ameisenstaat umgezogen. In unserem Garten wimmelt es von Ameisen, und so langsam haben wir uns daran gewöhnt. Trotzdem gibt es den ein oder anderen gewählten Ameisenwohnort der mir nicht so zusagt. Zum Beispiel direkt am Apfelbaum, damit sie sich dort ihre Blattlauskolonie halten.

So funktioniert es:

Früher haben wir auch Ameisengift gestreut, aber gerade im Garten ist dies wirklich nicht notwendig. Schließlich erfüllen die Ameisen ja auch wichtige Aufgaben. Also habe ich es endlich mal ausprobiert: ich habe den Ameisen ein neues Heim angeboten. Die Ameisen sind dort eingezogen. Das neue Heim habe ich dann heute weggetragen.

Vorbereitung

Mehr als

  • einen Tontopf
  • etwas Stroh
  • ein Teelöffel Marmelade

braucht man nicht. Etwas Stroh in den Topf, als Lockmittel etwas Marmelade und dann über den Eingang des Ameisenstaates stülpen.

Warten…

ein wenig Zeit muss man den Ameisen geben, um mit ihrer Königin umzuziehen. Ich würde behaupten, der Umzug war nach einer Woche erledigt, aber ich habe dann noch ziemlich lange getrödelt ;-).

Mobiles Heim

Heute habe ich dann endlich mal zur Schaufel gegriffen und habe das mobile Haus weggetragen. Die Ameiseneier rieselten bereits heraus, es war also wirklich Zeit! Ich hoffe die Ameisen leben sich gut in ihrer neuen Umgebung (außerhalb unseres Gartens) ein!

Erdbeeren im Sandkasten

Wir stecken mitten in der Erdbeerzeit, es ist also die Gelegenheit den leckeren Früchten ein paar Zeilen zu gönnen. Auch wenn der Ziergarten in unserer Gartengestaltung klar im Vordergrund steht, waren Erdbeerpflanzen von Anfang an mit dabei.

Erdbeeren gehören zu der Obstsorte, die in der Regel selbst von ausgesprochenen Obst- und Gemüseverächtern gerne gegessen werden. Vermutlich, weil sie sich so wunderbar in Desserts und anderen süßen Leckereien verarbeiten lassen. Deshalb war dies auch das erste Obst, das wir bei uns im Garten vor 10 Jahren angebaut haben. (Dass es sich bei der Erdbeere nicht wirklich um Obst im botanischen Sinne handelt lassen wir hier mal außen vor, da hilft bei Interesse Wikipedia auch gerne weiter).

Auf einer ca. 1 1/2 qm großen Fläche pflanzte ich zu Beginn die ersten Erdbeerpflanzen und wurde spontan im Folgejahr mit einer schönen Ernte für den Hausgebrauch belohnt. Kommen wir damit aber zur ersten Regel, die sich einzuhalten lohnt, damit sich diese positive Erfahrung wiederholt:

Erdbeeren nie länger als 4 Jahre an einem Standort lassen

Wenn Du in jedem Gartenratgeber, – podcast, – blog liest und hörst, dass die Erdbeeren nach einigen Jahren einen Standortwechsel brauchen, dann vertraue auf die Erfahrung anderer. Nein, Erdbeeren (auch neue Pflanzen) lassen sich nicht wirklich austricksen, ich habe es probiert.

Ich habe die Erde teilweise ausgehoben und mit neuer Erde und Kompost gemischt, aber die neu gepflanzten Erdbeeren blieben mickerig und klein. Das war vertane Mühe. Es ist also gut, bereits einen zweiten Standort in der Planung zu haben, um sich mit diesem abzuwechseln.

Wie passend, dass das Kind schon eine ganze Weile aus dem Sandkastenalter raus ist, der Sandkasten wurde also direkt umfunktioniert. (Wie praktisch: Beetumrandung gegen Nacktschnecken war also schon inklusive!)

Erdbeerpflanzen im August pflanzen

Natürlich kann man im Frühjahr auch noch Erdbeerpflanzen einsetzen, die auch einige Früchte ansetzen werden, aber reicher wird man belohnt, wenn man die Erdbeeren nach der Erntezeit pflanzt. So haben sie Zeit im Herbst gut anzuwachsen. Ich habe die Erde mit Kompost vorbereitet, um den Pflanzen einen guten Start zu geben.

Bei den Erdbeersorten kann man viel ausprobieren. Tendenziell würde man als Hobbygärtner*in Sorten nutzen, die nicht für den industriellen Anbau gezüchtet sind. Das Schöne ist ja, wenn man mal nicht so zufrieden mit einer Sorte war, probiert man einfach mal etwas Neues aus. Bei mir waren es noch wenig revolutionär die Sorten Senga Sengana und Polka, aber beim nächsten Standortwechsel probiere ich wieder etwas Neues aus.

Nach der Frühjahrspflege mit Stroh mulchen

Ich finde Erdbeeren sind ziemlich pflegeleicht. Im zeitigen Frühjahr, nach dem Frost, entferne ich die abgestorbenen Blätter mit einer Gartenschere (nicht reißen!), befreie das Beet vom Unkraut, das sich bereits angesiedelt hat und arbeite eventuell noch etwas Hornspäne ein. Dann können die Pflanzen durchstarten. Beim Gießen darauf achten, dass man nicht über die Blätter gießt, sondern an der Wurzel. Es reicht schon, wenn man es beim Regen nicht beeinflussen kann. (Mein jetziges Erdbeerbeet steht leider direkt im Bereich des Rasensprengers, aber durch die oft trockene und heiße Witterung scheinen die Pflanzen dies gut auszuhalten).

Damit die Früchte beim Reifen nicht faulen, mulche ich das Beet sobald die ersten Blüten erscheinen mit Stroh, und zwar wirklich schön dicht, damit möglichst der Großteil der Früchte auf dem Stroh gebettet wachsen. Sobald nämlich die Erdbeeren mit der Erde in Berührung kommen, sind sie anfällig zum Faulen und gefundenes Fressen für alles, was da so kreucht. Als ich dieses Jahr die allererste große dicke Erdbeere pflückte, streckte mir eine unverschämte Nacktschnecke noch ihr Hinterteil entgegen, der Rest war schon in der Erdbeere verschwunden.

Ehemalige Sandkiste als Erdbeerbeet mit Stroh gemulcht
Erdbeerbeet mit Stroh gemulcht

Ernten wenn die Früchte reif sind

Das heißt also, sobald die Früchte rundum reif und rot sind, gleich zugreifen, sonst kommt einem jemand anderes zuvor ☹. In der Reifezeit mache ich den kurzen Gang in den Garten zu meiner Morgenroutine, da sollen die Früchte noch am aromatischsten sein, wenn man sie erntet, und bei täglicher Ernte hat man auch große Chancen, dass sie noch nicht angefressen sind.

Für den Herbst und Winter schneiden und düngen

Wenn die Pflanzen also erst im zweiten bis dritten Jahr stehen, steht eine Neupflanzung noch nicht auf der Agenda. Die Pflanzen werden nach der Ernte geschnitten und die Ausläufer entfernt. Es ist wohl so, dass man bei größeren Erdbeerbeeten beherzt mit dem Rasenmäher drüberfahren kann (natürlich auf hohe Schnitthöhe gestellt), diese Option stellt sich bei meinem kleinen Beet nicht. Da kann man noch schlicht mit einer Gartenschere auf die Knie gehen. Wichtig ist, dass das Herz der Pflanze nicht beschädigt wird. Im August dünge ich die Pflanzen etwas (hier habe ich noch Dünger für Beerenobst da, ob es alles immer so spezialisiert sein muss…. Nun ja) und dann schaue ich eigentlich nur noch regelmäßig nach, ob das Unkraut nicht überhand nimmt.

Da mein erstes Erdbeerbeet der Gartenerdbeeren mittlerweile zum Kräuterbeet umgestaltet wurde, überlege ich bereits, wohin es mit den Erdbeeren in ein bis zwei Jahren geht….Vielleicht ins Hochbeet?

Noch pflegleichter sind natürlich Walderdbeeren, wenn man dafür den richtigen Standort hat. Wie der Name vermuten lässt, mögen diese es gerne etwas schattiger und geschützter, und man muss eigentlich kaum gärtnerisch eingreifen. Und auch wenn die Früchte sehr klein sind, im Geschmack sind sie, wie ich finde unschlagbar und perfekt geeignet für das Naschen zwischendurch. Meine Walderbeeren wurden von einer sehr wüchsigen Aster verdrängt, aber unter meiner Apfelbeere habe ich jetzt einen neuen Versuch gestartet, die Walderdbeeren als Bodendecker wieder in den Garten zurück zu holen.

Richtig Spaß macht es dann, wenn es dann an die Verwendung der Erdbeeren geht. Für Erdbeermarmelade reichen unsere Mengen nicht, aber natürlich jederzeit gezuckert als Nachtisch, im Milchshake, Erdbeersauce oder auch in einer leckere Erdbeerbiskuitrolle….

Kurz vor dem Frost…

… wurden heute noch die Rosen angehäufelt, mit der vom gröbsten befreiten Erde nach der Kartoffelernte. Währenddessen baute meine Tochter dieses zu Hause für den Igel. Es ist geschützt und kuschelig. Ob vielleicht doch noch einer einzieht? Oder schlafen sie schon?

Tischlein deck’ dich, es gibt Kartoffeln aus dem Sack

Als wir unseren Stadtgarten vor ca. 10 Jahren anlegten, habe ich immer wieder betont, dass ich kein Interesse an einer Agrarwirtschaft habe, der Arbeitsaufwand wäre dann ja nicht mehr zu stämmen. So wurde unserer erster Baum auch eine Zierkirsche, mittlerweile haben sich dazu eine Aprikose, eine Quitte und der Danziger Kantapfel dazugesellt, soviel dazu… Einen Kartoffelacker wollte ich nun aber wirklich nicht anlegen, aber dem (2. ) Versuch einer Kartoffelernte aus dem Sack konnte ich nicht wiederstehen. Bereits letztes Jahr startete mein Angetrauter einen Versuch, das Ergebnis bei drei gepflanzten Kartoffeln, war dann mit 3 kleinen geernteten Kartoffeln etwas bescheiden. Da war mein Ehrgeiz natürlich angestachtelt. Wäre ja wohl gelacht, wenn ich das nicht besser hinkriegen würde…

Zu Beginn des Jahres besorgte ich also richtige Saatkartoffeln (Sorte Linda) und Kartoffelpflanzsäcke und ließ die Kartoffeln zunächst auf der Fensterbank vorkeimen. So ein wenig hatte ich den Eindruck, dass die Keimung der Kartoffeln in der Speisekammer sehr viel schneller geht, aber das mag auch an der Ungeduld der Betrachterin liegen.

Als die Kartoffeln bereits ein gutes Stück gekeimt waren (und die Außentemperaturen es zuließen), wurde Anfang Mai gepflanzt. Die 3 Pflanzsäcke statteten wir (trotz Löcher) zunächst mit einer Drainageschicht (Blähton) aus, eine Schicht Pflanzerde und in jeden Sack kamen dann 3 bis 4 Saatkartoffeln, die wiederum mit Erde bedeckt wurden.

Und nun beginnt das Prozedere, dass die Kartoffelernte aus dem Sack ausmacht: Immer, wenn die grünen Spitzen sichtbar werden, werden diese wieder mit Erde abgedeckt, und dies fortlaufend, bis der Sack voll ist. Dadurch bilden sich auf jeder neuen Ebene weitere Knollen aus. Und dann gilt: volle Sonne, regelmäßig gießen aber nicht im Wasser stehen lassen, sonst tritt die Fäule ein… Irgendwann darf das Grün dann sprießen, wachsen, blühen und im späten Sommer, bzw. Herbst (je nach Sorte) den Weg alles Endlichen gehen….

Ende September wurde ich schon langsam ungeduldig, aber der Blick ins Netz informierte mich darüber, nachdem die oberen Teile der Pflanze vertrocknet und abgestorben sind, noch 2 bis 3 Wochen mit der Ernte zu warten. Mein Mann erzählte daraufhin, dass die Herbstferien in der DDR früher auch Kartoffelferien genannt wurden, weil die Kinder dann bei der Ernte halfen. Also mein Kind hatte keine Lust zu helfen, aber es war auch nicht so anstrengend in der 2. Herbstferienwoche (Mitte Oktober) die 3 Säcke zu leeren und die Kartoffeln auszubuddeln. Hier das Ergebnis:

Also, ich sag mal so. Wenn alle Kartoffeln die hier einen Durchmesser von 1 bis 2 Zentimetern haben, groß geworden wären, dann wäre es ein umwerfendes Erfolgserlebnis geworden. Aber auch so war ich nicht unzufrieden für meinem ersten Versuch! Und schmecken tun sie auch, die großen und mittleren Kartoffeln haben wir in der Feuerschale in Alufolie gewickelt geröstet und mit selbst angerührten Kräuterquark genossen (hier hat meine Tochter wieder geholfen… ). Ich überlege noch was ich mit den ganz Kleinen mache, vermutlich Rosmarinkartöffelchen im Ofen….

Alpenblumen

Es ist Anfang Juli und wir sind im Urlaub in Österreich. Wie immer ist die Landschaft überwältigend, aber nicht nur ein anstrengender Gipfelanstieg oder der Blick auf die Bergmassive, sondern auch die oft sehr zarten Blüten in der Alpenvegetation lassen das Herz höher schlagen. Und warum nur aus dem eigenen Garten berichten, bei so einem herrlichen “Naturgarten”.

Latschenkieferzapfen

In den höheren Lagen sind die Berge natürlich geprägt durch die Latschenkiefer, dessen Duft und Heilkraft auch in dem ätherischen Öl enthalten ist. Eine Destillerie hierfür haben wir uns auf dem Mandelberggut angeschaut. Hier wird das Latschenkieferöl auch zur Verfeinerung von Speisen im anliegenden Café benutzt, ein spannendes Experiment, bei der Intensität des Geschmackes.

Und zum ersten Mal waren wir auch zur Zeit der Alpenrosenblüte in den Bergen, sie ist eine Gattung der Rhododendren. Und da wo die Pflanzen natürlich wachsen, da wirken sie umso mehr. Ich bin selbst keine begeisterte Anhängerin von Rhododendren, was auch damit zusammenhängen mag, dass diese Pflanze auf unserem kalkhaltigen, recht sandigen Boden in Berlin auch nichts zu suchen hat. Aber auf unseren Wanderungen löste der Blick auf die vielen Blüten natürlich Begeisterungsstürme aus.

Alpenrosen Blüte

Aber neben den Blumen, die ihre besondere Wirkung im Massenauftritt haben, hat es besonders Spaß gemacht die in kleineren Mengen und oft auch sehr klein wachsenden Blumen zu entdecken und zu bestimmen. Als relativer Laie ist die Freude groß, wenn man plötzlich feststellt, dass die Christrose/ Lenzrose (Helliborus Niger) offensichtlich ein starker Vertreter der Alpenblumen ist, wenn gleich auch im Juli zwar schon verblüht, aber leicht durch ihre Blätter zu identifizieren.

Christrose (Helleborus Niger) mit verblühtem Blütenstand
Blatt Christrose

Oder ein wunderschöner zarter Storchschnabel in mit violetter Blüte.

Und natürlich gibt es auch das klassische Gänseblümchen.

Gänseblümchen

Andere ganz typische Alpenblumen musste ich erstmal recherchieren, es war insgesamt also ein toller Lehrpfad.

Gelbe Trollblume
Stengelloser Enzian

Zum Beispiel der stengellose Enzian und die gelbe Trollblume.

Mittlerweile gibt es nun auch Apps die einen bei der Pflanzenbetimmung helfen. Hier kann ich für einen schnellen Überblick die App Alpenblumen empfehlen und mit nur 2 Fotos konnte ich auch bei der App Flora Incognita der technischen Universität Ilmenau eine Pflanze bestimmen. Davon habe ich vor einigen Jahren noch geträumt, jetzt ist es möglich.

Diese rosablühende Pflanze die am Felsen wuchs, konnte ich noch nicht endgültig identifizieren, aber vermutlich ist es ein stängelloses Leimkraut.

Leinkraut

Und nun weiß ich auch, dass es einen alpinen Wiesen- Frauenmantel (Alpina Alchemilla) gibt, die Blätter fallen hier besonders ins Auge, sie sehen ganz anders aus, als beim Frauenmantel in meinem Vorgarten.

Alpiner Frauenmantel (Alpina Alchemilla)

Dies ist wohl ein Alpen-Vergissmeinnicht.

Und überrascht war ich, dass man schon Blaubeeren naschen konnte, ich hatte die Reife der Früchte erst im August erwartet, säuerlich – lecker !

Ich könnte immer weiter wandern, und weitere Blumen hier entdecken. Beeindruckend zu sehen, was die Natur in diesem oft sehr rauen Klima hervorbringt und vor allem die Vorgänger der oft größeren, gezüchteten Stauden aus dem eigenen Garten in ihrer natürlichen Umgebung kennen zu lernen.

Interessante Links:

https://www.mandlberggut.com/

ps://play.google.com/store/apps/details?id=com.aionav.apps.alpenblumen&hl=de

https://floraincognita.com/de/flora-incognita/

Hochbeet

Heute nun endlich das Hochbeet mit erster Frühsaat bepflanzt. Es ist zwar nochmal empfindlich kalt geworden, aber ab nächster Woche wird der Frühling wohl wieder einkehren. Unser Hochbeet ist ein schicker Dreiteiler, der Größe unseres Stadtgartens angepasst, und versorgt hobbymäßig ohnehin nur eine Gemüse-Esserin in einer mittlerweile nur noch 3 bis 4-köpfigen Familie, nämlich mich. Zunächst habe ich das Beet mit Hochbeeterde aufgefüllt, denn im Laufe des Jahres sackt die Erde immer wieder ab. Ich liebe die Abstufung der Höhen und das niedrigste Beet gehört natürlich der bald achtjährigen Tochter und wurde vor einer guten Woche bereits mit Samen von Kapuzinerkresse, Studentenblumen und Ringelblumen bestückt. Zur Sicherheit wurde auch noch eine Seedbomb versenkt, die noch in der Garage auf ihren Einsatz wartete. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen…

Hochbeet im April

Für die beiden oberen Beetteile habe ich heute im linken Beet Spinat ausgesät, wenn der “durch” ist, passt genau eine Zucchinipflanze hinein, die mich dann den Sommer über versorgt. Das Mittlere habe ich mit Zuckererbsen und Mangold bestückt, lecker :-).

Der Standort ist nicht perfekt, an der Westseite des Hauses kommt die direkte Sonne erst am frühen Nachmittag hin, aber in den vergangenen 5 Jahren hat das gereicht. Früher hatte ich auf dem Standort ein traumhaftes Halbschattenbeet angelegt, dass ich sehr geliebt habe, und aus eben diesem Grunde dann auch an eine Stelle des Gartens versetzt habe, wo ich die Pracht auch sehen kann, und nicht an einer Hauswand an der ich in der Regel nicht vorbeigehe. Aber wer genau hinschaut sieht, dass sich da eine Staude doch wieder durchgesetzt hat, das tränende Herz, dem man im Frühjahr bei wachsen ja zu schauen kann, lugt schon dahinter hervor. Und vorne ist eine Malve wiedergekommen, die ich schon ausgerottet glaubte, aber nun in dieser Konstellation im Sommer vor dem Hochbeet ein echter Hingucker ist!

Calamondin Marmelade

Die Calamondin Orange wird immer wieder als die pflegeleichteste Variante der Zitruspflanzen angepriesen, zumindest als Kübelpflanze in unseren Gefilden. Ich habe zwar keinen Vergleich, da ich nur eine Calamondin Pflanze besitze, aber seit nun schon 8 Jahren wirft unser kleines Bäumchen regelmäßig eine recht stattliche Ernte für den Hausgebrauch ab.

Calamondin Ernte März 2019

Zum Ende des Winters waren die vielen Blüten zu schönen Früchten herangewachsen, und obwohl ich keine große Freundin von Orangenmarmelade bin (die ist mir meistens zu bitter), wollte ich es mit der Calamondinorange nun doch versuchen.

Hier ein Rezept, dass mir zusagte, weil stundenlanges in schmale Streifen schneiden der Schale mich auch nicht direkt begeistert. Das Stichwort heißt PÜRIEREN!

Nachdem ich die kleinen Orangen alle gepflückt hatte, mussten sie zunächst geteilt und die Kerne entfernt werden. Ich begann jeweils eine Hälfte in schmale Streifen zu schneiden, aber entschied mich dann doch fürs pürieren, mit Schale (die man ja bei der Calamondin Orange mitessen kann, sie ist hocharomatisch!). Bezug nahm ich auf ein Video, dass eine Familie erstellt hat, die in anderen Breitengraden mit regelrechter Calamondin-Schwemme zu tun hat. Hier die Zutaten im Grundverhältnis:

  • 1 Tasse pürierte Frucht
  • etwas geriebene Zitronenschale (oder Limette)
  • 1/2 Tasse Wasser
  • 1 1/2 Tassen Zucker

Zunächst kocht ihr die Frucht mit dem Wasser ca. 10 Minuten, und dabei immer mal wieder umrühren. Dann fügt Ihr den Zucker hinzu und lasst die Marmelade nach dem Aufkochen 20 Minuten köcheln, dabei bitte immer mit dem Holzlöffel rühren, damit die Masse nicht ansetzt!

Das war’s dann auch schon, ab in die heiß ausgespülten Gläser (am besten mit einem Marmeladentrichter, eine der wirklichen guten Erfindungen für den Haushalt), Deckel drauf, 5 Minuten umdrehen und nach dem Abkühlen mit Etiketten versehen!

TIPP:

Etiketten drucke ich auf Papier aus, schneide sie aus, befeuchte sie mit Milch und klebe sie dann aufs Glas. Das Geniale daran: es hält wunderbar und geht beim Abwaschen mit etwas heißem Wasser wieder ganz leicht ab. Kein stundenlanges Einweichen, abkratzen, Fönen und was es sonst noch für Tricks gibt, um die Etiketten mühselig zu entfernen…..

Hummel im Anflug

Das kleine Orangenbäumchen muss nun wirklich rein in die Wärme, die Temperaturen sind schon seit einigen Tagen nachts zu niedrig für den Calamondin, aber es tut mir richtig leid, wenn ich beobachte, mit welchem Genuss diese Hummel sich hier noch am Nektar der Orangenblüten ergötzt 🙂

Überwintern tut das Bäumchen immer am hellsten Ort im Haus, direkt an der Terrassentür, und dieses Jahr wird es wohl auch wieder genug Früchte für einen Calamondincello liefern, den wir auch gerne im Rezept unseres Lieblingscocktails Margarita verarbeiten….

Quittenernte

Der trockenste Sommer den ich hierzulande je erlebt habe, neigt sich dem Ende zu. Heute soll es aber immer noch 20°C warm werden, und es ist das herrlichste Herbstwetter bei strahlendem Sonnenschein und Farbenpracht der Blätter und Bäume. Und dazu noch dieser herrliche Duft nach Quitten… Letzte Woche noch, beim Federballspielen im Garten stand ich neben unserem Quittenbaum und wurde ganz abgelenkt durch den Duft.

Der Baum vor der Ernte…

und nach der Ernte

Nachdem ich im Frühjahr noch die Vermutung äußerte, es werde wieder keine gute Quittenernte geben, wurde ich nach der Rückkehr aus dem Sommerurlaub eines Besseren belehrt. Da bogen sich die Äste schon unter dem Gewicht der Früchte. Eine Lehre für kommende ertragreiche Jahre: Entfernung von Obstansätzen im Frühsommer und/oder eine bessere Stützung der Äste, denn 2 davon haben es leider nicht überstanden.

Am Samstag war es dann soweit, wir haben die Früchte geerntet. Nicht alle waren bereits goldgelb, aber ich hatte mich hierzu bereits belesen, dass Mitte Oktober durchaus auch die Quitten geerntet werden sollten, die dann im Anschluss noch nachreifen sollen. Wir füllten einen großen Korb und Behälter nach dem anderen, wogen diese und meine Tochter nahm dann noch die Herausforderung an, die Kilos zusammen zu zählen. Auf die stolze Summe von 70kg Quitten sind wir gekommen!

Der Belastung leider nicht standgehalten

Die nächste Herausforderung lautet also: wohin damit? Quitten kann man ja im Laden üblicherweise nicht kaufen, deshalb freuen sich viele, wenn sie welche bekommen, d.h. verschenken werden wir eine Menge, aber auch für den Eigenbedarf das ein oder andere Rezept testen, und nicht nur Quittengelee. Ich freue mich auch über Rezeptvorschläge!

Dies ist auch der Moment über die Anschaffung einer Obsthorde nachzudenken, um die Früchte kühl und dunkel zu lagern, nicht zuletzt auch deswegen, weil wir nächstes Jahr auf eine gute Apfelernte hoffen. Schon dieses Jahr hat der Danziger Kantapfel zum ersten Mal richtig Früchte getragen, allerdings weitestgehend von einem Schädling befallen, aber das muss ja nicht jedes Jahr so sein.

Mittagspflanzung

Spontaneinkauf am Morgen und in der Mittagspause schnell gepflanzt: die Töpfe im Eingangsbereich sind jetzt auch im Frühling angekommen. Herrlich romantisch und ein bisschen altmodisch, wie ich finde: mit Nelken (Nelke Peman/ Dianthus caryophyllus) und Hornveilchen. Und teilweise habe ich die Herbstbepflanzung stehen lassen, die hat dann ihren Auftritt wieder später im Jahr 🙂