Schlagwort: Helleborus orientalis

Lauer Winter

In den nächsten Tagen sollen bereits frühlingshafte Temperaturen kommen, und wir warten immer noch auf den ersten „richtigen“ Schnee. Also, ein Schnee der liegen bleibt, wo man auch mal rodeln gehen kann. Andere Teile der Republik scheinen ja geradezu in den Schneemassen zu versinken.

Wenn kein Schnee liegt, vergisst man, dass der Garten eigentlich auch Winterpause hat, und man selbst auch noch die Gartenarbeit etwas verschieben könnte. Und wenn man sich dann in den Garten wagt, stellt man fest, dass von Pause eigentlich  keine Rede sein kann. Ich liebe an meinem Garten die Fähigkeit den Winter zu verkürzen: wenn im November die letzten Blätter fallen, geht der Garten zur Ruhe, aber kaum ist die Weihnachten vorbei, freut man sich (insbesondere bei schneearmen Wintern) bereits im Januar über Blühendes im Garten, und schon meint man, der Frühling stünde vor der Tür, obwohl er noch 2 Monate auf sich warten lässt.

Seit Tagen denke ich an meine Christrosen (Helleborus), auch Nieswurz oder Lenzrosen genannt, die unter ihren alten Blättern untergehen und ihre wunderschönen Blüten nicht richtig zeigen können. Christrosen habe ich an vielen Stellen im Garten gepflanzt, aber am besten gedeihen sie auf meinem Küchenbeet (das heißt so, weil ich aus dem Küchenfenster darauf schauen kann, nicht etwa, weil ich da Kräuter oder Gemüse angepflanzt hätte). Also ab in die Garage, Unkrauteimer und Gartenschere in die Hand und dann verbringe ich erstmal die meiste Zeit damit das Beet vom Grasbewuchs und Erdbeerausläufern aus dem Nachbargarten zu befreien, um den Christrosen Licht zu verschaffen. Auf diesem Beet bekomme ich den Eindruck, dass Helleborus eine Wucherpflanze ist, so sehr hat sie sich dort eingerichtet. Nachdem ich also das Umfeld etwas befreit habe, mache ich mich daran die alten, braunen  Blätter zu entfernen. Vielmehr muss man an Pflege auch gar nicht anbringen. Wenn ich Rückschlüsse aus den Vorjahren ziehen darf, so werden wir hoffentlich dieses Jahr wieder mit einer monatelangen Blüte belohnt, bis dann die Tulpen den Job übernehmen.

Gestartet habe ich, als wir den Garten neu gestalteten, mit weißen Christrosen (Helleborus niger), erst später lernte ich dann die anderen Farben kennen (Helleborus orientalis-hybride), deshalb habe ich vor einigen Jahren an anderer Stelle farbige gepflanzt. Dort warte ich noch auf die vielen Blüten, vielleicht klappt es ja dieses Jahr damit.

Und die Freude war groß, als  unsere Weihnachtsgäste, statt eines Blumenstraußes, eine Christrose mitbrachten. Noch steht sie im Topf an der Hauswand und lässt nur bei Frost ihre vielen gestreiften Blüten hängen. Sollte es frostfrei bleiben,  suche ich ihr nächstes Wochenende ein schönes Plätzchen.

Ein wunderbares Lockmittel das Kind an die frische Luft zu bringen, ist die Reinigung des Nistkastens. Wenn man in eine neue Wohnung zieht, will man ja auch nicht den Dreck vom Vormieter haben, also wurde der, bereits in die Jahre gekommene Nistkasten (noch ein  Relikt aus den Zeiten als die größeren Kinder noch klein waren), einer gründlichen Reinigung unterzogen. Dafür wurde er abmontiert, mit heißem Wasser und Spülmittel geschrubbt, und dann wieder am Baumstamm unserer Zierkirsche festgebunden. Wir hoffen, dass er jetzt nochmal eine Weile hält. Bisher war er jedes Jahr bewohnt, meistens von einem Meisen Paar, manchmal auch von Spatzen, die wir viel im Garten haben.

Beim Zusammenräumen sah ich noch, dass noch ein schöner Winterblüher sich schon bereitmacht und die ersten Knospen aufgehen, der Winterschneeball (Viburnum bodnatense „Dawn“). Das erste Mal sah ich diesen Strauch bei einer Führung die wir im Botanischen Garten in Dahlem machten. Er hat wunderschöne rosa Blüten, die aber weniger an einen Schneeball erinnern, als der Echte Schneeball (Viburnum Opulus), der riesige Schneebälle im Mai trägt.

 


Und jetzt darf der Schnee trotzdem gerne nochmal kommen, er kann den Christrosen und Sträuchern nichts anhaben und die Frühlingsblüher halten sich noch weitestgehend zurück und sind noch nicht vom Frost bedroht